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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Sokrates über das Böse (2142 Aufrufe)
Γραικίσκος schrieb am 09.01.2010 um 19:35 Uhr (Zitieren)
Ἀλλ' οὔτ' ἀπολέσθαι τὰ κακὰ δυνατόν, ὦ Θεόδωρε - ὑπεναντίον γάρ τι τῷ ἀγαθῷ ἀεὶ εἶναι ἀνάγκη - noch auch bei den Göttern seinen Sitz haben. Unter der sterblichen Natur aber und in dieser Gegend zieht es umher jener Notwendigkeit gemäß. Deshalb muß man auch trachten, von hier dorthin zu entfliehen aufs schleunigste [φεύγειν ὅτι τάχιστα].

(Platon, Theaitetos 176a)

Man sieht, wie sich diese Erkenntnis von der Notwendigkeit des Bösen (Schlechten) in der Welt für Sokrates sofort mit einer pessimistischen Weltsicht verbindet.
Ist denn aber eine andere - göttliche - Welt denkbar, in welcher dieses gleichsam logische Prinzip, daß das Gute ein Gegenteil erfordert, nicht gilt? Ist dies nicht eine Wahrheit für jede mögliche Welt?
Re: Sokrates über das Böse
ανδρέας schrieb am 10.01.2010 um 11:12 Uhr (Zitieren)

>>> Ist denn aber eine andere - göttliche - Welt denkbar, in welcher dieses gleichsam logische Prinzip, daß das Gute ein Gegenteil erfordert, nicht gilt?<<<

Das Gute ist ja nur dann erkennbar, wenn man es vergleichen und damit unterscheiden kann. Allerdings handelt es sich m.E. um ein Werturteil/eine Bewertung und ist damit typisch menschlich. (Wir hatten mal eine Diskussion darüber, was den Menschen einzigartig macht und von anderen Lebewesen unterscheidet.)
Daher ist auch die Bewertung darüber, was gut oder böse ist, in verschiedenen Kulturen im Einzelfall sicher nicht immer identisch.
Re: Sokrates über das Böse
Γραικίσκος schrieb am 10.01.2010 um 14:42 Uhr (Zitieren)
Diese Unterscheidung von Gut und Böse hängt wohl damit zusammen, daß wir wollende, strebende Wesen sind. Was wir wollen bzw. erstreben, nennen wir 'gut', was nicht wollen bzw. möglichst meiden, nennen wir 'böse' oder 'schlecht'.
Auf die homerischen Götter trifft dies ja gewiß zu, auf den biblischen Gott ebenfalls. Kann man sich überhaupt lebende Wesen vorstellen, von denen das nicht gilt? Als Götter müßten sie vollkommen in sich ruhen, nichts bedürfen, nichts erstreben, nichts meiden.
Das wäre dann aber Leben mehr, auch kein 'ewiges'. Schon wenn Sokrates diesen Zustand erstrebt, d.h. für gut hält, und unseren jetzigen abzulegen wünscht, d.h. für schlecht hält, zeigt er, daß er noch lebt.
Re: Sokrates über das Böse
Γραικίσκος schrieb am 10.01.2010 um 14:59 Uhr (Zitieren)
Ja, ich denke, wer lebt, muß Gut und Böse in Kauf nehmen.
Re: Sokrates über das Böse
ανδρέας schrieb am 17.01.2010 um 12:56 Uhr (Zitieren)

Plotin sieht das Böse als Abwesenheit des Guten an. Gibt dem Bösen also keinen eigenen Wert. Das Böse ist also lediglich die Abwesenheit des Guten.
„Die Ungerechtigkeiten der Menschen gegen einander mögen ihre Ursache im Streben nach dem Guten haben: in ihrem Unvermögen es zu erreichen irregehend wenden sie sich gegen einander.“ …
„ …und weil Ordnung, darum ist Unordnung und wegen des Gesetzes und der Vernunft, und weil Vernunft ist, darum ist Gesetzlosigkeit und Unvernunft, nicht als ob das Bessere das Schlechtere hervorgebracht hätte, sondern weil das, was das Bessere aufnehmen sollte, durch seine eigene Natur oder durch Zufall oder ein anderweitiges Hinderniss es nicht aufzunehmen vermochte.
Enneaden, 2. Buch, Von der Vorsehung (I), 4

http://www.zeno.org/Philosophie/M/Plotin/Enneaden/3.+Enneade.+Kosmologische+Untersuchungen/2.+Von+der+Vorsehung+(I)
 
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