α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der König, die Götter und die Verehrung #7 (83 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 03.08.2022 um 00:05 Uhr (Zitieren)
Q. Curtius Rufus, HISTORIAE ALEXANDRI MAGNI MACEDONIS (Geschichte Alexanders des Großen) VIII 5, 9 – 8, 18:
Einige fügten noch hinzu, dass Kallisthenes erwidert habe, als Hermolaos sich auch bei ihm über die vom König erhaltenen Schläge beklagte, sie sollten bedenken, dass sie bereits Männer seien; und es sei unklar gewesen, ob er dies gesagt habe, um sie zu ermutigen, die Schläge geduldig zu ertragen, oder um den Unwillen der jungen Leute anzustacheln.

Als sich der König seine geistige und körperliche Betäubung abgeschüttelt hatte, beschenkte er, da ihm das Bild der so großen Gefahr, der er entgangen war, vor Augen schwebte, Eurylochos mit fünfzig Talenten und den reichen Besitztümern eines gewissen Tiridates und setzt auch dessen Bruder wieder in seine alten Rechte ein, bevor er noch für dessen Leben beten konnte [antequam pro salute eius precaretur].

Diejenigen aber, die das Verbrechen geplant hatten, und darunter auch den Kallisthenes, ließ er fesseln und in Gewahrsam halten. Als man sie in seinen Palast gebracht hatte, schlief er, müde vom Weingenuss und Wachen, den ganzen Tag und die folgende Nacht.

Am folgenden Tag aber berief er eine Ratsversammlung ein, unter deren zahlreichen Teilnehmern auch die Väter und Verwandten derer waren, über die man verhandelte; und diese waren nicht einmal ihres eigenen Lebens sicher. Denn nach makedonischer Sitte mussten sie sterben, da alle, die mit den Angeklagten blutsverwandt waren, dem Tod geweiht waren.

Der König ließ die Verschworenen mit Ausnahme des Kallisthenes hereinführen, und sie bekannten ohne Zögern, was sie geplant hatten.
Während hierauf alle Versammelten in Schmähungen gegen sie ausbrachen, fragte sie der König selbst, womit er es denn verdient habe, dass sie eine so furchtbare Tat gegen ihn geplant hätten.

7. Während die Übrigen in dumpfem Schweigen verharrten, sagte Hermolaos: „Weil du uns also fragst, als ob du es nicht wüsstest: Wir haben deswegen den Entschluss gefasst, dich zu töten, weil du anfingst, über uns nicht wie über Freigeborene zu regieren, sondern uns wie Sklaven zu beherrschen [Nos vero, inquit, quoniam quasi nescias, quaeris, occidendi te consilium inīmus, quia non ut ingenuis imperare coepisti, sed quasi in manicipia dominaris].“

Da sprang als Erster von allen sein Vater Sopolis auf, schrie, er sei auch der Mörder seines eigenen Vaters, und rief, als er ihm die Hand von den Mund gehalten hatte, man solle ihn nicht weiter anhören, da er durch sein Verbrechen und sein Unglück rasend geworden sei.

Der König jedoch hielt den Vater zurück und befahl dem Hermolaos, zu sagen, was er von seinem Lehrer Kallisthenes gelernt habe. Und Hermolaos sprach: „Ich mache Gebrauch von deiner Gnade und sage, was ich durch unser Unglück gelernt habe.

Welch kleiner Teil der Makedonen hat deine Grausamkeit überlebt? Wie viele von denen, die zumindest nicht von niedrigster Abkunft sind? Attalos, Philotas, Parmenion, der Lynkeste Alexander und Kleitos – sie alle, soweit es am Feind liegt, sind noch am Leben, kämpfen in der Schlacht, decken dich mit ihrem Schild und erleiden für deinen Ruhm und für deinen Sieg Wunden! Herrlich hast du ihnen dafür gedankt.
Der eine hat deinen Tisch mit seinem Blut bespritzt, der andere starb nicht einmal eines leichten Todes. Die Anführer deiner Heere wurden gefoltert und boten so den Persern, die sie selbst besiegt hatten, ein Schauspiel. Parmenion wurde ohne Verhör niedergemetzelt – er, durch den du den Attalos (1) hattest umbringen lassen.

Denn du gebrauchst gegenseitig die Hände der Unglücklichen, um deine Hinrichtungen zu vollstrecken, und lässt die, die du kurz zuvor als Helfer für den Mord benutzt hast, plötzlich von anderen niedermetzeln.“

(1) Freund von Alexanders Vater Philipp; er hatte auf eine illegitime Geburt Alexanders angespielt und wurde auf dessen Befehl nach dem Tod seines Vaters ermordet.
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Helm

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.