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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Tod des Romulus (504 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 21.08.2022 um 22:16 Uhr (Zitieren)
1. Plutarch: Romulus

Als nach dem Tode seines Großvaters Numitor dem Romulus die Königswürde in Alba zufiel, verzichtete er, um sich beliebt zu machen, auf die Staatsleitung und setzte den Albanern alljährlich einen Regenten ein.

Dadurch brachte er auch die Mächtigen in Rom darauf, einen selbständigen Staat ohne König zu erstreben, in dem sie wechselnd Herrscher und Beherrschte sein könnten. Denn auch die sogenannten Patrizier hatten keinen Anteil an den Regierungsgeschäften, sondern nur der Name und die äußere Ehre war[en] ihnen geblieben. Mehr der Gewohnheit halber, als um ihre Meinung zu sagen, wurden sie ins Rathaus berufen. Dort hörten sie schweigend, was er anordnete, und wenn sie hinausgingen, hatten sie nur dies der Menge voraus, daß sie früher erfahren hatten, was er beschlossen hatte.

Und dies war noch das wenigste; wenn er aber das eroberte Land ganz nach eigenem Gutdünken unter die Soldaten verteilte und den Vejentern (1) die Geiseln zurückgab, ohne sie befragt und ihre Zustimmung erhalten zu haben, so bedeutete das geradezu eine Beschimpfung des Senats.

Daher regten sich Verdacht und Verleumdung gegen ihn, als Romulus nach kurzer Zeit unerwartet verschwand. Und zwar verschwand er an den Nonen (2) des Juli, wie er jetzt, des Quintilis, wie er damals hieß, und es ist nichts Sicheres und Unbestrittenes über seinen Tod je zu erfahren gewesen als eben die angegebene Zeit. [...]

Von Romulus aber, als er plötzlich verschwunden war, ist weder ein Teil seines Körpers noch ein Rest seiner Kleider je gesehen worden, sondern die einen vermuten, die Senatoren hätten ihn im Tempel des Vulcanus überfallen und getötet, den Körper dann zerteilt, und jeder habe ein Stück im Bausch der Toga versteckt weggetragen. Andere meinen, weder im Tempel des Vulcanus noch allein in Anwesenheit der Senatoren sei das Verschwinden erfolgt, sondern draußen beim sogenannten Ziegensumpf habe Romulus gerade eine Versammlung abgehalten, als wunderbare, unbeschreibliche, unglaubliche Dinge und Wandlungen am Himmel vor sich gingen: das Licht der Sonne erlosch, und Nacht brach herein, doch keine sanfte und ruhige, sondern furchtbarer Donner krachte, und Hagelstürme brausten von allen Seiten herein.

Die große Masse lief flüchtend auseinander, und die Vornehmen drängten sich zusammen. Als das Unwetter zu Ende war und die Sonne herauskam, sammelte die Menge sich wieder am selben Platz, und es begann ein Suchen nach dem König und ein allgemeines Verlangen, aber da gestatteten die Vornehmen nicht, daß man prüfte und forschte, sondern sie hießen alle den Romulus verehren und anbeten: er sei zu den Göttern entrückt und werde nun aus einem guten König ein gnädiger Gott für sie werden.

Die meisten glaubten das, gingen fröhlich davon und beteten mit frohen Hoffnungen zu Romulus. Es gab aber auch einige, die scharfe und feindselige Kritik übten und die Patrizier durch die Beschuldigung beunruhigten, sie wollten dem Volke alberne Märchen aufbinden, nachdem sie selbst den König umgebracht hätten.

[27]

2. Valerius Maximus: Erinnerungswürdige Taten und Aussprüche

The father of our city was torn to pieces in the senate house by the senate which he had placed on the highest level of dignity, nor did they think it a sin [nefas] to take the life of him who had engendered everlasting vitality in Roman empire. Rude and fierce, it seems, was that generation.
The pity of posterity, however profound, cannot pretend that it was not foully stained with the blood of its founder.

[V 3, 1]

(1) Bewohner von Veji, einer etruskischen Nachbarstadt Roms
(2) der neunte (oder nach unserer Rechnungsweise achte) Tag vor den Iden, d.h. dem 7. Juli
 
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