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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Symposion: Enkidus Liebe (934 Aufrufe)
Ὑληβάτης schrieb am 01.03.2010 um 21:53 Uhr (Zitieren)
Ihren Busen machte die Hure frei,
Tat auf ihren Schoß, er nahm ihre Fülle,
Sie scheute sich nicht, nahm hin seinen Atemstoß,
Entbreitet' ihr Gewand, daß auf ihr er sich bettete,
Schaffte ihm, dem Wildmenschen, das Werk des Weibes -
Sein Liebesspiel raunte er über ihr.
Sechs Tag und sieben Nächte war Enkidu auf,
Daß er die Hure beschlief.
Als er von ihrem Genusse satt war,
Richtet' er sein Antlitz hin auf sein Wild:
Da sie ihn, Enkidu, sahen,
Sprangen auf und davon die Gazellen,
Wich von seinem Leibe das Wild der Steppe.
Anspringen ließ Enkidu seinen gereinigten Leib,
Doch ihm versagten die Knie, da hinwegging sein Wild.
Gehemmt wurde Enkidu, seines Laufens ist nicht wie zuvor.
Er aber wuchs, ward weiten Sinnes,
Kehrte um und setzte sich zu Füßen der Dirne,
Ihr ins Antlitz schauend, der Dirne,
Und der Dirne, wie sie redet, hören zu seine Ohren.

Das Gilgamesch-Epos, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Albert Schott, Reclam 2001
Schwanitz hat auf diese Stelle aufmerksam gemacht: Die zivilisierende Kraft der Liebe auf den Mann.

Ich hoffe, dass ich bald wieder zu weiteren Gedanken dazu komme. Wollte Euch das, was ich seit Wochen im Hinterkopf habe, schon vorstellen.
Re: Symposion: Enkidus Liebe
ανδρέας schrieb am 01.03.2010 um 23:06 Uhr (Zitieren)

Eva wollte wohl keinen Barbaren. Also bewog sie ihn dazu , nicht nur Nahrung, Nest und Schutz sicher zu stellen, damit sie ihr Ei legen konnte, sondern auch zur Lebensverfeinerung beizutragen. So musste er von der Erkenntnis naschen - bis heute. Mittlerweile hat er die Welt so lebensfreundlich gestaltet, dass er als notwendiger Einzelbegleiter ausgedient hat. Wenn das nicht die wahre Vertreibung aus dem Paradiese ist ...
Re: Symposion: Enkidus Liebe
Alexander schrieb am 02.03.2010 um 10:08 Uhr (Zitieren)
Wenn man als Mann eigentlich unnötig, von Frauen dennoch geduldet wird, manchmal gar willkommen ist -- dies Vertreibung aus dem Paradiese?
Re: Symposion: Enkidus Liebe
Γραικίσκος schrieb am 02.03.2010 um 19:24 Uhr (Zitieren)
Nein, wir können uns glücklich schätzen, von Frauen gedildet zu werden. Vergleiche den folgenden Text:
Elizabth Gould Davis

AM ANFANG WAR DIE FRAU
(The first sex)


[...] Worauf aber gründet sich die Annahme, der Körper der Frau sei zu des Mannes Annehmlichkeit gemacht worden? Wer sagt denn, daß nicht gerade das Gegenteil die Wahrheit ist, und des Mannes Körper nur deshalb geschaffen wurde, die Frau zu erfreuen? Auf Grund biologischer Erkenntnis scheint die letztere Annahme logischer als die gegenteilige. [...]
Die weiblichen Fortpflanzungsorgane sind viel älter als die männlichen und viel höher entwickelt. Selbst bei den niedrigsten Säugetieren sind die Eierstöcke, die Gebärmutter, die Vagina usw. ähnlich denen der Frau, und das zeigt, daß die weiblichen Fortpflanzungsorgane die ersten sind, die von der Natur vervollkommnet wurden. Auf der anderen Seite sind die männlichen Fortpflanzungsorgane, die Hoden und der Penis, unter den Arten und im Verlauf der Evolution so verschieden wie die Gestalt des Fußes von Huf bis zur Pfote. Offensichtlich entwickelte sich also der Penis, um der Vagina zu entsprechen, und nicht die Vagina, um sich dem Penis anzupassen.
Den Beweis dafür, daß der Penis eine viel spätere Entwicklung als die weibliche Vulva ist, findet man in der Erkenntnis, daß der Mann selbst eine späte Mutation eines ursprünglich weiblichen Geschöpfes war. Denn der Mann ist nur ein unvollkommenes Weib. Genetiker und Physiologen sagen uns, daß das Y-Chromosom, das das männliche Geschlecht bewirkt, ein verformtes weibliches X-Chromosom ist. Alle Frauen haben zwei X-Chromosome, während der Mann ein X-Chromosom von seiner Mutter und ein Y-Chromosom von seinem Vater erhalten hat. Es erscheint sehr logisch, daß dieses kleine und verdrehte Y-Chromosom ein genetischer Irrtum ist, ein Unfall der Natur, und daß es ursprünglich nur ein Geschlecht gegeben hat, nämlich das weibliche. [...]
Die ersten Männer waren Mutanten, Mißgeburten, hervorgerufen durch einen Genschaden, der vielleicht durch eine Krankheit oder ein Strahlenbombardement von der Sonne verursacht wurde. Die Männlichkeit bleibt ein rezessives Erbmerkmal wie Farbenblindheit oder Bluterkrankheit, die geschlechtsgebunden sind. Der Verdacht, daß das männliche Geschlecht abnormal und das Y-Chromosom eine zufällige Mutation ist, die nichts Gutes für die Menschheit bedeutet, wird nachdrücklich durch die kürzliche Entdeckung von Genetikern unterstützt, daß kongenitale Mörder und Verbrecher nicht nur ein, sondern zwei Y-Chromosome besitzen und damit eine doppelte Menge sozusagen unerwünschter Männlichkeit.
Wenn das Y-Chromosom eine Degeneration und Deformation des X-Chromosoms ist, dann stellt das männliche Geschlecht eine Degeneration und Deformation des weiblichen dar.
Es ist nicht nur so, daß sich das Y-Chromosom negativ auf die Erbmasse von Männern auswirkt. In Untersuchungen von Curt Stern und Arthur Jensen stellte sich auch heraus, daß das zusätzliche X-Chromosom bei Frauen nicht nur eine geringere Häufigkeit von Geburtsfehlern und angeborenen Krankheiten bewirkt, eine Tatsache, die schon lange bekannt ist , sondern auch die im Vergleich zum Mann überragende physiologische Verfassung und Intelligenz der Frauen. [...]

[Quelle: Elizabeth Gould Davis, Am Anfang war die Frau. München 1977, S. 26-28]

Da bleibt kein männliches Auge trocken, gelt?
Re: Symposion: Enkidus Liebe
Γραικίσκος schrieb am 02.03.2010 um 19:25 Uhr (Zitieren)
hoppla: geduldet
Re: Symposion: Enkidus Liebe
ανδρέας schrieb am 02.03.2010 um 19:54 Uhr (Zitieren)

Mein obiger Beitrag war natürlich schmunzelnd gemeint. Beide Geschlechter sind ohne Gegenpart wohl nicht denkbar. Übrigens sind wir doch alle (vom Einzeller über das Huhn zum Menschen) Mutationen - das sagt die Evolutionlehre. Der Organismus, der am besten in die Umwelt passt, überlebt. Den Artikel der wohlgeschätzten Frau Davis kann man ja auch etwas anders interpretieren: der Mann ist eine Mutation der Frau, die wiederum eine Mutation aus Vorgängertypen ist. Offenbar hat der Mann-Typ überlebt, der intelligenter war, als das Keulen schwingende Modell auf der Basis "ich Tarzan - du Jane". Evolution wertet aber nicht - sie stellt nur fest, welche Eigenschaften unter wandelnden Bedingungen zweckmäßiger sind. Der Unterschied zum (anderen) Getier ist nur der, dass die Lernfähigkeit größer ist. Die Steinzeit ging ja nicht aus Mangel an Steinen zu Ende. Offenbar entwickelt sich der Mensch weiter. Das dürfte auch in gesellschaftlicher Hinsicht der Fall sein.
Wahrscheinlich wird der perfekte Mann ebenso wenig geboren, wie die perfekte Frau. Die genetische Ausstattung ist ja nur die Hardware, die viele Möglichkeiten bietet. Um auf meine obige Aussage zurück zu kommen: nur eine im Wohlstand und Sicherheit befindliche technologische Gesellschaft befreit von den archaischen Strukturen des Rollenverständnisses. Denn die Technologie bewirkt, dass Kraft, Aggression und Barbarentum zum Überleben nicht mehr nützlich sind. Das wird Eva dazu bewogen haben, das intelligentere Modell zu bevorzugen. Aber es gibt keine Garantie, dass sich der Mensch nicht durch falsche Entscheidungen dieses Zustands wieder beraubt.
Re: Symposion: Enkidus Liebe
Alexander schrieb am 02.03.2010 um 20:24 Uhr (Zitieren)
Meiner doch auch... schmunzelnd, meine ich.

Übrigens habe ich neulich von einer Studie gehört, die belegen soll, dass intellegentere Männer weniger fremdgehen - oder war es umgekehrt... Soll jedenfalls auch evolutionär bedingt sein.

Apropos Perfektion: "Ein Mann kann höchstens vollständig sein, eine Frau aber vollkommen." (Eleonora Duse, angeblich)

@ Γραικίσκος
Vielen Dank für den Text. Meine Augen öffneten sich weit, bevor sie sich entschlossen, nicht trocken zu bleiben
Re: Symposion: Enkidus Liebe
ανδρέας schrieb am 02.03.2010 um 20:37 Uhr (Zitieren)

Männer sind einfach zu sachlich:

Ein Mann lag seit längerem im Koma, aus dem er gelegentlich erwachte. Seine Ehefrau war Tag und Nacht an seinem Bett. Eines Tages, als er wieder einmal bei Bewusstsein war, deutete er ihr, näher zu kommen. Er flüsterte: "In all den schlimmen Zeiten warst du stets an meiner Seite. Als ich entlassen wurde, warst du für mich da. Als dann mein Geschäft pleite ging hast du mich unterstützt. Als wir das Haus verloren haben, hieltest Du zu mir. Als es dann mit meiner Gesundheit abwärts ging, warst du stets in meiner Nähe. Weisst du was?" Ihre Augen füllten sich mit Tränen der Rührung. "Was denn, mein Liebling?" hauchte sie. "Ich glaube du bringst mir Pech!"
 
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