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De Suetonio — 1614 Aufrufe
Marcus am 25.9.12 um 23:53 Uhr (
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I„Für Stubengelehrte, wie dieser einer ist, genügt weitaus soviel an Grund und Boden, wie viel sie brauchen, um ein Nickerchen zu machen.“
Wie lautet das lateinische Original dazu?
Re: De Suetonio
Der abschätzige Ton, den diese (verkürzte) Übersetzung vermittelt, ist im Original (Plinius minor, epist. 1, 24) nicht zu finden. Plinius und Sueton waren befreundet. In dem betreffenden Brief sucht Plinius nach einem geeigneten Grundstück für Sueton:
Scholasticis porro dominis, ut hic est, sufficit abunde tantum soli, ut relevare caput, reficere oculos, reptare per limitem unamque semitam terere omnesque viteculas suas nosse et numerare arbusculas possint.
Desweiteren: Gelehrten Herren wie diesem genügt vollauf soviel Land, dass sie den Kopf wieder aufrichten, die Augen erholen, am Feldrain entlangschlendern und auf einem einzigen Pfad flanieren können, dass sie ihre paar Weinstöcke kennen und ihre paar Bäume zählen können.
Re: De Suetonio
Ohne grundsätzlich widersprechen zu wollen, was das Verhältnis zu und Einsatz für Sueton seitens des Briefschreibers angeht (cf. auch „Suetonium Tranquillum, probissimum honestissimum eruditissimum virum, et mores eius secutus et studia iam pridem, domine, in contubernium assumpsi, tantoque magis diligere coepi quanto nunc propius inspexi“ ep. X,94) ist doch ein wenig Augenzwinkern in den Formulierungen; „reptare per limitem unamque semitam terere“ zeichnet durchaus ein gewisses neurotisches Verhalten des Kleingartenbesitzers, der
„die Grundstücksgrenze abschleicht und den einzigen Pfad breittritt“, dafür passt das mehr ins Paris des 19.Jhdts. gehörende „flanieren“ nicht wirklich.
Re: De Suetonio
breittritt austritt
Re: De Suetonio
Das großstädtische Flanieren ist gewiss deplaziert. Der Ironie darin war ich mir bewusst. Ich dachte dabei an Ovid „pedibus vacuis illi spatiosa teretur porticus“ (ars 1, 491), aber wahrscheinlich ist das auch kein Flanieren, sondern ebenfalls ein Festgebanntsein an einem begrenzten Ort, das sich dort in der Abnützung der Wandelhalle ausdrückt. Und, ja, reptare ist bestimmt auch kein freimütiges Schlendern.
„Abschleichen“ und „breittreten“ ist wirklich sehr treffend.
Re: De Suetonio
Bibulus am 26.9.12 um 2:10 Uhr (
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IDer gute Marcus hat das deutsche, verstümmelte Zitat aus dem wikipedia-Artikel zu Sueton:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sueton#Sueton_als_Schriftsteller
und hat bestimmt verzweifelt nach der Quelle, die es ja so nicht gibt, gesucht.
Aber, in der Tat, ein schönes Zitat.
Der Dekan meiner Fakultät war auch Erster Vorsitzender eines Kleingartenvereins...
Die Feten auf seiner Parzelle waren legendär...
Besonders die Bowle....
B-)
Re: De Suetonio
Bibulus am 26.9.12 um 2:12 Uhr (
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Ihach...
die Studentenzeit....
„Gaudeamus igitur...“
Wo ist die Zeit geblieben?
Re: De Suetonio
arbiter am 26.9.12 um 3:27 Uhr (
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Idie in der Tendenz despektierlichen Äußerungen über Kleingärtner weise ich entschieden und entrüstet zurück
Re: De Suetonio
paeda am 26.9.12 um 10:28 Uhr (
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IInteressant, wie doch ein und derselbe Text durch Wortwahl und Syntax ganz unterschiedliche Interpretationen erhalten kann, aber das ist ja bekannt!
Überheblichkeiten gibt es wohl immer, mal mit mehr, mal mit weniger Berechtigung!!!!!!!!!!!
(die PC-Inquisition)
Re: De Suetonio
Marcus am 1.10.12 um 18:02 Uhr (
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IJa, dieses Zitat hatte ich aus Wikipedia, oder eher darin gefunden.
Und ich möchte mich für die Hilfe bedanken.