Könntet ihr mir bitte bei folgender Übersetzung helfen?
Hier der lat. Text:
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Fabula de bello Troiano
Romani multas fabulas a Graecis cognoverant, sic etiam fabulam de bello Troiano. Causa belli erat femina. Nam Paris iuvenis, Priami regis Troiae filius, Helenam amavit. Helena valde pulchra erat, sed et coniunx Menelai, regis Spartae. Helena se facilem praebuit ad amorem iuvenis, sic Paris bellam feminam in regnum patris sui abduxit.
Menelaus autem iratus omnes Graecos in auxilium arcessivit. Graeci multis navibus Troiam navigaverunt. Dux earum navium Agamemnon, frater Mnenelai, fuit. Decem annos post Graeci Troiam dolo expugnaverunt. Sic menelaus felix coniugem suam domum reduxit.
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Und mein Übersetzungsvorschlag:
Die Geschichte vom Krieg in Troia
Beim ersten Haupsatz hätte ich zwei Vorschläge:
1. Die Römer hatten viel über die Fabel der Griechen nachgedacht....
2.Die Römer hatten sich viele Fabeln über Griechen ausgedacht...
..., so auch die Fabel des Krieges in Troia. Der Grund für diesen Krieg war eine Frau. Denn der junge Mann Paris, der Sohn von Priamus, dem König von Troia, liebte Helena.
Helena war sher schön gewesen, aber sie war die Ehefrau von Menelaus, dem König von Sparta.
Helena hatte sich als leicht gezeigt bei der Liebe des jungen Mannes, aus diese Weise entführte Paris die hübsche Frau in das Reich seiners Vaters. Menelaus jedoch war so zornig, dass er alle Griechen um Hilfe herbei rief. Die Griechen segelten mit vielen Schiffen nach Troia.
Der Anführer des Schiffes Agamemnon war der Bruder von Menelaus gewesen.
Nach zehn Jahren eroberten die Griechen schließlich Troia mit einer List. So konnte der glückliche Menelaus siene Ehefrau zurück nach Hause führen.
Besonders bei den Zeitformen war ich mir unsicher. Denn bei Geschichten müsste man ja eigentlich immer eine Zeitform anwenden...
dir steht es frei, lat. Imperfekt und Perfekt im Deutschen simultan im deutschen Präteritum zu übersetzen, im late8nischen unterscheidet sich jedoch die Verwendung des Perfekts als Erzähltempus und des Imperfekt zur Bescheibung von Hintergründen, zuständen, wiederholenden Handlungen. Plusquamperfekt und Präsensn sind zu Beachten, es seid denn es ist ein historisches Präsens, was bei dir nicht der Fall ist (auf den ersten Blick). Konjunktive in HS müssen ebenso immer beachtet werden!
Also muss ich dei Zeitformen nehmen, die dort stehen?
Und dann hat noch Teutonius das geschrieben:
- erat/fuit? causa, pulchra + erat // dux ... frater fuit
was ist da?
Damit meine ich, daß es doch bei: Dux earum navium Agamemnon, frater Mnenelai, fuit. auch um eine Hintergrundinfo geht (genau wie bei causa und pulchra), die dann im Imperfekt stehen müßte!
Warum schreibt keiner mehr? :(
Hier habe ich noch einen Übersetzungsvorschlag:
Die Geschichte vom trojanischen Krieg
Die Römer hatten viele Geschichten über die Griechen gekannt, so auch die Geschichte des Krieges in Troia.
Der Grund für diesen Krieg war eine Frau.
Denn der junge Mann Paris, der Sohn von Priamus, dem troianischen König, liebte Helena.
Helena war sher schön, aber sie war die Ehefrau von Menelaus, dem König von Sparta.
Helena hatte sich als leicht gezeigt bei der Liebe des jungen Mannes, auf diese Weise entführte Paris die hübsche Frau in das Reich seines Vaters. Menelaus jedoch war so zornig, dass er alle Griechen um Hilfe herbei rief. Die Griechen segelten mit vielen Schiffen nach Troia.
Der Anführer des Schiffes war Agamemnon, der Bruder von Menelaus.
Nach zehn Jahren eroberten die Griechen schließlich Troia mit einer List.
So konnte der glückliche Menelaus siene Ehefrau zurück nach Hause führen.
nur nicht so undgeduldig.
Das hier ist ein Freizeitforum!
also, meine Anmerkungen:
das lateinische Perfekt („cognoverant“) wir im Deutschen bei Erzählungen meistens im Imperfekt wiedergegeben („Die Römer kannten viele Geschichten von den Griechen“)
„de bello Troiano.“ -> „so auch die Geschichte vom trojanischen Krieg“
nun gut,
wenn dein Lehrer eine genaue Zeitübersetzung verlangt, mußt du das natürlich beachten.
Als einleitenden Satz kann man natürlich auch im Deutschen sagen:
„Die Römer haben viele Geschichten gekannt“
Also von lat. PlusQP -> deutsch Perfekt
Und noch einmal...
Die Geschichte vom trojanischen Krieg
Die Römer kannten viele Geschichten von den Griechen, so auch die Geschichte des trojanischen Krieges.
Der Grund für diesen Krieg war eine Frau.
Denn der junge Mann Paris, der Sohn von Priamus, dem troianischen König, liebte Helena.
Helena war sehrr schön, aber sie war die Ehefrau von Menelaus, dem König von Sparta.
Helena gab sich leicht der Liebe des jungen Mannes hin, auf diese Weise entführte Paris die hübsche Frau in das Reich seines Vaters. Menelaus jedoch war so zornig, dass er alle Griechen um Hilfe herbei rief. Die Griechen segelten mit vielen Schiffen nach Troia.
Der Anführer des Schiffes war Agamemnon, der Bruder von Menelaus.
Nach zehn Jahren eroberten die Griechen schließlich Troia mit einer List.
So konnte der glückliche Menelaus seine Ehefrau zurück nach Hause führen.
Re: Fabula de bello Troiano
passer domesticus am 21.9.10 um 18:40 Uhr (Zitieren) II
cognoverant ist, wie Caecilia richtig bemerkt, Plusquamperfekt und steht als Anzeichen der Vorzeitigkeit (die Übernahme der Geschichten liegt vor ihrer Wiedergabe im Text) völlig zu recht hier. Die Übersetzung hat das nachzumachen, soll sie nicht einen bedeutsamen Aspekt vernachlässigen.
Man zeihe mich der altphilologischen Akribie, aber die, scheint mir, ist hier durchaus am Platze :-)
Übersetzung geschieht immer in zwei Schritten:
einmal den Originaltext „wörtlich“ mit all seinen grammatikalischen und sprachlichen Eigenheiten wiederzugeben.
Dann ihn in eine der heutigen üblichen Ausdrucksweise (natürlich den Sprachregeln entsprechend) „umzugiessen“...
;-)
„cognoscere“: erkennen
im Perfekt: kennen, wissen (d.h. erkannt haben)
--> „sie hatten erkannt“ = „sie wußten“
Re: Fabula de bello Troiano
passer domesticus am 21.9.10 um 18:47 Uhr (Zitieren) II
Und noch einmal muß man genau(er) lesen:
‚Sie kannten die Geschichten von den Griechen‘ kann auch heißen, daß sie Geschichten kannten, die von Griechen handelten.
fabulas a Graecis cognoverant
aber heißt wörtlich: „sie hatten die Geschichten durch die Griechen kennengelernt“, anders formuliert: die Griechen hatten sie ihnen zur Kenntnis gebracht.
Der Hinweis von passer domesticus ist zutreffend: Das deutsche „von“ ist zweideutig, während im Lateinischen zwischen „a“ und „de“ unterschieden und damit Eindeutigkeit erreicht wird.
passer domesticus am 21.9.10 um 18:58 Uhr (Zitieren) I
Bibule,
ich stimme Dir auch zu in der Forderung, die Übersetzung habe flüssig und „deutsch“ zu sein.
Das entbindet den Übersetzer jedoch nicht der Pflicht, den Inhalt so exakt wie möglich wiederzugeben.
Und zu guter Letzt halte ich die Devise: „So eng am Text wie möglich, so frei wie nötig!“ als Richtschnur für eine gute Übersetzung immer noch für unübertroffen, gerade wenn es nicht nur darum geht, den Text zu paraphrasieren.
Ich verstehe nicht, was ihr mit meinem unflüssigen deutsch habt...
Re: Fabula de bello Troiano
passer domesticus am 21.9.10 um 19:05 Uhr (Zitieren) II
@Caecilia:
- ein Flüchtigkeitsfehler bei dux navium
- iratus ist Part. coni., Du machst einen eigenständigen Hauptsatz daraus, dem Du den originalen Hauptsatz konsekutiv unterordnest. Das ist vom Sinn her zwar noch halbwegs gedeckt, aber das ist dünnes Eis, auf dem Du Dich da bewegst.
Re: Fabula de bello Troiano
passer domesticus am 21.9.10 um 19:07 Uhr (Zitieren) II
Caecilia, das ‚unflüssig‘ stammt nicht von mir.
Meine Devise liest Du weiter oben (18:58).
Re: Fabula de bello Troiano
passer domesticus am 21.9.10 um 19:10 Uhr (Zitieren) II
und ein kleines et (im Satz ‚sed et coniunx‘) hast Du unterschlagen ;-)
passer domesticus am 21.9.10 um 19:22 Uhr (Zitieren) II
Ja, die Zeiten sind richtig. Zum ersten Satz haben wir ja alle das Nötige „verhackstückt“. Und den Unterschied, den der Lateiner mit ‚erat pulchra‘ (sie war ständig, also von Natur aus, schön) und ‚dux fuit‘ (dieses Mal war er Führer) macht, können wir im Deutschen nicht immer wiedergeben / deutlich machen, bzw. brauchen es, so wie hier, nicht.
valde pulchra erat, sed et coniunx
sie war sehr schön, aber sie war auch die Gemahlin/Gattin/Ehefrau