Als absoluter Latein-Laie hoffe ich hier fachkundigen Rat zu finden.
Kleine Vorgeschichte ... zum Geburtstag habe ich einen Gutschein von Freunden bekommen, um mir nun meinen langgehegten Wunsch zu erfüllen - ein Tattoo.
Nun schwanke ich zwischen einem „Credere“ im Sinn von Glauben/Vertrauen und einem anderen Spruch, zu dem ich später kommen möchte.
Meine erste Frage ... ist „Credere“ denn in diesem Zusammenhang richtig bzw. angebracht, oder eher nicht? Mir ist es wichtig, dass es sich nicht grundlegend nur auf eine religiöse Ansicht bezieht, sondern ebenso auch den Glauben und das Vertrauen an sich selbst beschreibt.
Zu meiner anderen Wahl, ein Zitat von Schiller bräuchte ich eine korrekte Übersetzung, die auch den Sinn wieder geben würde, da ich dafür einfach selbst zu inkompetent bin, was Latein betrifft. Der Spruch lautet: „Große Seelen dulden still!“.
Du wirkst sehr vernünftig, deswegen gebe ich dir eine vernünftige Antwort.
Tu es einfach nicht.
Ich persönlich bin stets gegen Tattoos, aber das ist in diesem Falle egal. Es gibt so viele Leute, die wollen sich ein Tattoo stechen lassen. Okay, sollen sie doch. Dann auf Latein, weil es sich cooler/mysteriöser anhört. Da haben sie Recht.
Aber wähle lieber einen feststehenden Satz/Ausspruch. Das große Problem bei Latein ist, wie können nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, wie die Römer einen gewissen Ausdruck ausgedrückt hätten. Selbst Studenten, selbst Dozenten, ja sogar Philologen können höchstens Vermutungen mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit anstellen. Sie könnten aber auch totaler Mist sein. Und das haust du dir dann langfistig auf die Haut.
Blätter lieber in antiken Werken und suche dir einen Ausspruch raus, der das, was du sagen willst, in etwa ausdrückt.
Sich auf unsichere Übersetzungen aus dem Internet zu verlassen ist sehr unvernünftig. Und bedenke, dass hier ja auch keine eingessessenen Philologen wie Ingrimeau oder so gibt. Wahrscheinlich sind hier sogar Dozenten und Studenten keine Regelmäßigkeit.
Zu Lateiners Rat:
Die Meinungsverschiedenheit zwischen Harald und mir belegt es:
Drei Dinge können einen Menschen ins Verderben Abgrund führen:
1. der Alkohol - das ist der fröhlichste Weg,
2. die Liebe - das ist der bitterste,
3. der Rat von Fachleuten - das ist der sicherste.
nach Rücksprache mit einem „lateinbewanderten“ Freund bin ich nun sowohl von „Credere“, als auch dem Spruch, den ich noch immer großartig finde, etwas ab gekommen und tendier nun zu einem „amo - findo - sperem“ im Sinne von „ich liebe - ich vertraue - ich hoffe“.