Wenn wir unter Humanismus und Bildung etwas über reine Sprachenkenntnis Hinausgehendes verstehen, dann wohl schon.
Ich bin mir übrigens nach kurzer Webrecherche unsicher geworden, ob diese Parole im NS tatsächlich existiert hat. Hat jemand dazu belegbare Informationen?
„Eins vor allem gehörte dazu: das Leben gering zu achten, das eigene und das fremde. „Den Tod zu geben und zu nehmen“, lehrten die SS-Junkerschulen (* Fußnote 59 i. Text: „Das Schwarze Korps„, Berlin, 26. November 1942.). Die damit automatisch eintretende Relativierung eines allgemeingültigen moralischen Bewußtseins, die Preisgabe eines auf den unbekannten Mitmenschen ausgerichteten Sozialethos wurde ersetzt durch einen fordernden Treuebegriff zur Formation.“
(Karl O. Paetel: DIE SS. Ein Beitrag zur Soziologie des Nationalsozialismus. Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 2. Jahrgang 1954, Erstes Heft, S.22)
Eine kursorische Recherche zeigt, dass viele diese Quellenangabe übernehmen (wenn sie denn überhaupt eine machen), und legt nahe, dass es in der Literatur erst langsam zu einem dezidierten Wahlspruch der SS vom Typ „Meine Ehre heißt Treue“ wird.
Die Formulierung selbst ist natürlich früher zu finden.
Mit „den Tod geben“ kann nur „töten“ gemeint sein, das zeigen auch die Übersetzungsvorschläge. Als mildernder Umstand könnte man höchstens an Euthanasie denken.
Vielleicht erklärt uns Magdalena, wofür sie die Übersetzung braucht.