Latein Wörterbuch - Forum
Genera — 559 Aufrufe
paeda am 18.2.13 um 10:51 Uhr (
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IIIMeine Frage nach der Festlegung des Genus bei Wörtern ist hier untergegangen. Ich will mich also noch einmal an die Sprachwissenschaftler wenden, weil es mich interessiert, ob bzw. inwieweit bekannt ist, weshalb bestimmte Wörter ein bestimmtes Genus zugeschrieben bekamen. Es geht mir nicht um die Zuordnung oder Systematik, bestimmte Wörter aufgrund von Endungen den jeweiligen Deklinationen zuzuordnen, sondern um die Vorstellungswelt, die bei der Festlegung vorherrschte. Es muss doch irgendeinen Grund gehabt haben, weshalb in den romanischen Sprachen der Tisch beispielsweise weiblich ist, im Deutschen aber männlich. Wenn im englischsprachigen Raum der Tisch sächlich ist, bedarf es natürlich keiner Erklärung aus heutiger Sicht.
Re: Genera
paeda am 18.2.13 um 10:53 Uhr (
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IIIPS: Von bestimmten Wörtern weiß ich, dass ihr Geschlecht in Verbindung mit Göttern steht, z. B. der Donner und andere Wörter, die Naturgewalten bezeichnen.
Re: Genera
Clavileo am 18.2.13 um 14:38 Uhr (
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IIIFür das Urindogermanische nimmt man zunächst eine Opposition der „Geschlechter“ unbelebt vs. belebt an, vor allem auch aufgrund des Hethitischen, das vor einiger Zeit als indogermanische Sprache identifiziert wurde und diese Opposition noch aufweist.
Früher nannte man das unbelebte Geschlecht „genus commune“, das andere „Genus neuter“ weil man annahm, Maskulina und Feminina seien in einem Geschlecht zusammengefallen.
Diese Sichtweise ist veraltet und man ist sich in der heutigen Forschung recht einig, dass das unbelebte Geschlecht der Vorläufer unseres Neutrums ist, das belebte Geschlecht sich aber in Maskulina und Feminina gespalten hat.
Das erklärt, warum Neutra keinen Nominativ haben: Unbelebte Dinge sind nie Träger einer Handllung.
(Selbst bei „Der Ast bricht“ ist der Ast wohl kaum ein wirklicher Agens sondern erleidet die Handlung selbst. Hier machen Tatsächlich viele Sprachen noch einen Unterschied, cf. Ergativsprachen.)
Die Unterscheidung der Belebten Geschlechter in Maskulina und Feminina muss dann wohl zuerst so von statten gegangen sein, dass das natürliche Geschlecht eine Rolle spielte, und von Natur aus weibliche Dinge durch entsprechende Suffigierung als weiblich gekennzeichnet wurden. Ich habe neulich etwas zur ursprünglichen Nominalflexion gepostet, vielleicht ist Dir aufgefallen, dass dort eine Erklärung für die Nomina der a-Deklination ausblieb, ich sprach ja von thematischer (> lat. zweiter) und athematischer (> lat. konsonantischer) Deklination. Die Erklärung: Sie sind abgeleitet.
Dass sich nun offenbar eine „Ableitungsmanie“ entwickelt hat und man auch nicht natürlich weibliche Dinge als weiblich kennzeichnete, kann mal wohl nur konstatieren. Zur letzendlichen ERKLÄRUNG kenne ich keine Theorie, werde mich aber mal informieren...
Hoffe, das hat etwas Licht ins Dunkle gebracht.
Re: Genera
Clavileo am 18.2.13 um 14:39 Uhr (
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IGenus neuter genus neutrum natürlich
Re: Genera
Clavileo am 18.2.13 um 14:41 Uhr (
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INochmal der ganze Satz:
Früher nannte man das unbelebte Geschlecht „genus neutrum“, das belebte „genus commune“
So sollte es stimmen
Re: Genera
paeda am 18.2.13 um 23:44 Uhr (
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IIRecht herzlichen Dank, Clavileo, das war ein sehr interessanter Beitrag wie auch deine vorherigen.