Hallo,
ich bin auf der Suche nach einem Gedicht von Catull, in welchem er Dieben empfiehlt, die Häuser, in welchen sie stehlen wollen, mit ausgestrecktem Mittelfinger zu betreten. Auf Wikipedia, ist jedoch keine Quellenangabe zu dieser Geschichte zu finden.
Vielleicht hat jemand schon einmal etwas von diesem Gedicht gehört oder kennt es sogar.
Danke :)
Lukas
Du beziehst dich auf den Wikipedia-Artikel „Stinkefinger“?
Der Artikel scheint schlecht recherchiert zu sein. Gegen Diebe stellte man keine „Hermeskopfstatuen“ (auch der Link im Artikel ist falsch, er muss auf „Herme“, nicht auf „Hermes“ verweisen) auf, sondern hölzerne Standbilder des Priapos. Dieben drohte dieser Gott mit Strafvergewaltigung mittels seines übergroßen Phallus. Das Gedicht, worauf offenbar Bezug genommen wird, findet sich in der anonymen Sammlung der Carmina Priapea als Nr. 56:
Derides quoque, fur, et impudicum
ostendis digitum mihi minanti?
eheu me miserum, quod ista lignum est,
quae me terribilem facit videri.
mandabo domino tamen salaci,
ut pro me velit irrumare fures.
(Spottest du auch noch, Dieb, und zeigst mir den Mittelfinger, da ich ragend drohe? Ach, ich Armer, dass das da bloß Holz ist, was bewirkt, dass ich als Schreckbild erscheine! Dennoch, Diebe werde ich meinem geilen Herrn ausliefern, auf dass er sie an meiner Stelle ... möge.)