ich wurde von einem Freund gefragt, ob ich ihm einen Spruch ins Lateinische übersetzen kann. Diesen will er sich tätowieren lassen. Ich habe auch soweit den Spruch mit Hilfe von Rubenbauer und Georges übersetzt, würde mich aber freuen, wenn der ein oder andere Experte mir hier Kritik, Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder auch Bestätigung geben könnte.
Deutsch: Wir können nicht alles haben, was wir wollen, aber zusammen haben wir alles, was wir brauchen. Mein Blut, meine Freiheit, mein Leben für die Familie. Gott beschütze sie.
Latein: Omnia, quae volumus, habere non possumus, sed una omnia, quibus indigemus, habemus. Sanguis meus, libertas mea, vita mea familiae. Deus eam protegat.
Schwierigkeiten habe ich bei dem unvollständigen zweiten Satz. „für die Familie“ habe ich als Dativ wiedergegeben. Muss man hier interpretieren, welches gedachte Verb wegfällt? Denn je nachdem, wie es gemeint ist, könnte doch auch „Sanguinem meum, libertatem meam, vitam meam familiae“ stehen (wenn man sich das Prädikat „do“ dazudenkt. Im Satz oben könnte ja eigentlich nur „sit“ als gedachtes Verb stehen.
Ich wäre äußerst dankbar für eine schnelle Antwort. Der Tätowierungstermin ist bereits gebucht :)
Der Kürze halber, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie das bei Tattoos kostentechnisch aussieht:
Das erste „Omnia“ samt Komma könnte man weglassen (verkürzter Relativsatz). Statt eines „indigemus“ evtl. opus ohne „est“, auch mit Ablativ, quibus opus (sc. sunt).
vita meaE familiae könnte mit hinzugedachtem „est“ heißen: das Leben (mein) gehört meiner Familie, was vom Sinn her auch passte.
„Hinzuzudenkende“ Verben finden sich auch bei Cicero umgangssprachlich mal, für ein Tattoo ist das sicher akzeptabel. Aber dann: vitam meaE familiae (sc. do etc.)
Müsste es nicht bei Pronomina heißen:„ omnia, quae opus sunt...?“
Der Wortlaut des Tattoos sollte sein: „mein Leben für die Familie.“
daher hatte ich an „vita mea familiae“ gedacht.
Würdest du dem Stil wegen das Possessivpronomen „familiae“ zuordnen?