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u-deklination

u-Deklination

Kasus Singular Plural
Nominativ manus manūs
Genetiv manūs manuum
Dativ man manibus
Akkusativ manum manūs
Ablativ manū manibus

(das -us im Nom.Sg. ist kurz, die anderen drei -ūs haben langes ū!)

Ausnahmen

Kasus Singular Plural
Nominativ domus domūs
Genetiv domūs domōrum
Dativ dom domibus
Akkusativ domum domōs
Ablativ domō domibus
Kasus Singular Plural
Nominativ cornū cornua
Genetiv cornūs cornuum
Dativ cornū cornibus
Akkusativ cornū cornua
Ablativ cornū cornibus

Der Dativ Singular kann auch auf -u gehen (exercitū); der Dativ/Ablativ Plural kann auch auf -ubus statt -ibus gehen. Der Einsatz dieser Dativ-Varianten ist ein Stilmittel: Da dem lateinischen Ohr die dumpfen Vokale o und vor allem u altertümlich und ehrwürdig klingen, sind -ubus-Formen feierlich. Regelmäßig kommen sie vor bei arcus „Bogen“ > arcubus wegen der Verwechslungsmöglichkeit mit arx „Burg“ > arcibus, bei artus „Gelenk* > artubus ebenso wegen ars „Kunst“ > artibus und bei tribus „Bezirk“ > tribubus (wohl weil Kultwort). Bei zweisilbigen Wörtern auf -cus wie lacus „der See“ kommen beide Formen gleichberechtigt vor.

Die meisten Vokabeln der u-Deklination sind Masculina.

Einige wenige Wörter mit diesen Deklinationsformen sind femininum, nämlich domus „Haus“, manus „Hand, Schar“, tribus „Bezirk“, porticus „Säulenhalle“, acus „Nadel“, dem natürlichen Geschlecht folgend nurus „Schwiegertochter“, Baumnamen, die pluralia tantum Idūs „die Iden“ und Quinquatrūs „die Quinquatren“ und meinethalben noch abrotonus „Eberwurz“.

domus bildet wie oben angegeben im Gemisch mit der o-Deklination Abl.Sg. domo, Akk.Pl. domos, Lokativ Sg. domi (zu Hause), manchmal Gen.Pl. domorum! Auch quercus f. „Eiche“ bildet Gen.Pl. quercorum.

Defektiv sind impetus „Ansturm“ (Plural nur Nom./Akk.), die beiden Ablative iussū „auf Befehl“ und natū „von Geburt, …alt“ sowie sehr viele Substantive, von denen außer dem Nominativ nur noch der Ablativ Singular gebräuchlich ist, wie z.B. armatus „Bewaffnung“, attractus „Berührung“, boatus „Gebrüll“, coactus „Zwang“, animatus „Atmen“, concessus „Erlaubnis“, concursus „Schütteln“, compressus „Umfangen“…

Man erkennt an diesen und vielen weiteren vollständigen Nomina den „grammatischen Sinn“ der u-Deklination: Alle diese Substantive sind von Verben abgeleitete „Ergebnisse einer Tätigkeit“; der Ablativ ist dann Instrumentalis („durch das Brüllen“, „mit Erlaubnis“…)

Zur u-Deklination gehören einige Neutra. Es handelt sich hierbei um die kleinste Gruppe an Wörtern, der man überhaupt den Status „Deklinationsreihe“ zugestehen will, denn diese Wörter lassen sich fast an einer Hand abzählen. Leider gehört cornu „Horn, Heerflügel“ zum Grundwortschatz, sonst würde man wohl diese ganze Gruppe unter „Ulk“ abhaken.

Außer cornu haben wir hier gelu „Kälte“, genu „Knie“ (Genua auf der Landkarte anschauen!), veru „Bratspieß“, pecu Stück Vieh (fast nur Plural pecua „Vieh“).

Der Singular sieht also recht „englisch“ aus; ist der Gen. nicht belegt, ist das Wort von einem indeklinablen nicht mehr zu unterscheiden! pecu, welches keinen Gen.Sg. ausbildet (weil es der Bedeutung nach eigentlich plurale tantum ist und nur gelegentlich Nom./Akk.Sg vorkommt), ist im Singular daher sozusagen indeclinabel, ebenso das (im Plural nicht belegte) testu (das Tongeschirr, speziell der „Toaster“ zur Herstellung überbackener oder von oben geheizter Speisen); astu wird unten erwähnt.

- testu ist das irdene Geschirr, speziell ein umgedreht übergelegter Teller, auf den heiße Asche etc. gelegt wird. Der Name spielt sowohl auf das Material „gebrannter Ton“ an als auch auf das „Rösten“ mit dem Gerät. -

veru (wenn das schon mal vorkommt) bildet auch häufiger verubus in Dat./Abl.Pl.

Ausländische Wörter und Namen werden praktisch nie nach dieser Deklination behandelt; in mehrfacher Hinsicht Ausnahme ist daher das griechisch deklinierte, der u-Deklination damit sehr ähnliche

Kasus Singular
Nominativ Iesus
Genetiv Iesū
Dativ Iesū
Akkusativ Iesum
Ablativ Iesū
Vokativ Iesū

Es gibt allerdings einige griechische Feminina auf -ω (-ō) wie z.B. die Harpyie Aëllō oder das Schiff Argō oder die Parze Clothō, deren Genetiv wie im Griechischen auf -us geht usw. und die daher „u-ähnlich“ aussehen. Der Akkusativ lautet hier wie der Nominativ.

Und dann war da noch ásty n.: „die Stadt“, auch im Griechischen eine grammatische Ausnahme. In der Bedeutung „Die Stadt“ (= Athen) beugt es im Lateinischen astu (oder asty), -, -, astu, astu, also wie ein defektives Neutrum auf -u.

u-deklination.txt · Zuletzt geändert: 2015/08/15 19:11 (Externe Bearbeitung)