στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 03.06.2026 um 14:47 Uhr (Zitieren)
Nun ja, so lakonisch kann sich das Dt. eben nicht ausdrücken, deswegen schrieb ich ja auch 'ähnlich'. Aber daß im Original eine Kopula wegfällt (wörtl: "ihr [seid] die Herren [darüber] ..."), ist ja nun nichts Welterschütterndes.
Re: Kritik und Macht
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 03.06.2026 um 14:51 Uhr (Zitieren)
"daß ... eine Kopula wegfällt" - ganze Sprachfamilien kommen ohne das Hilfsverb 'sein' aus (semitische, ostasiatische), ohne Eindeutigkeit einzubüßen.
Im Lat. fällt "est" oder "esse" (im AcI/NcI beim PPP und PFA) oft weg.
Im Griech. kenne ich es nur bei "ειναι" in der 3.Person Präs.
Re: Kritik und Macht
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 03.06.2026 um 15:09 Uhr (Zitieren)
Der Ausspruch ist auch ohne die Kopula auf Anhieb verständlich, gerade dadurch gewinnt er an Wucht (genauso, wie der im Gegensatzt eigentlich erforderliche Sing. κύριος fortbleibt, um dem endstehenden Personalpronomen die Schlagkraft nicht zu mindern).
Re: Kritik und Macht
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 03.06.2026 um 15:17 Uhr (Zitieren)
Das bestreite ich nicht.
Mir geht es nur um die Erklärung des Phänomens,
die auf einer nicht-sprachlichen. sondern
psychologischen Ebene zu liegen scheint.
Dass im Lat. sum, es, sumus, estis und sunt??
ausfallen kann, ist mir nicht näher bekannt.
Im Schulgriechisch ist mir das hiesige Problem
nie begegnet, soweit ich mich erinnere.
Re: Kritik und Macht
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 03.06.2026 um 16:02 Uhr (Zitieren)
Doch, das ist schon eine sprachliche Ebene, dieser Satz hat performativen Charakter: er läßt das Machtungleichgewicht als Keule auf den Betrogenen niedersausen, vernichtet diesen also schon im Aussprechen des Satzes. Und je kantiger der Satz, desto wirkungsvoller der Hieb.