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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Liebe, ehelich (1423 Aufrufe)
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 15:34 Uhr (Zitieren)
[...] τῆς δ' αὐτοῦ λύτο γούνατα καὶ φίλον ἦτορ,
σήματ' ἀναγνούσῃ, τά οἱ ἔμπεδα πέφραδ' Ὁδυσσεύς.
δακρύσασα δ' ἔπειτ' ἰθὺς κίεν, ἀμφὶ δὲ χεῖρας
δειρῇ βάλλ' Ὀδυσῆι, κάρη δ' ἔκυσ' ἠδὲ προσηύδα.
[...]

So beschreibt Homer in der Odyssee XXIII V. 205-208, das Wiedersehen zweier Liebender nach zwanzig Jahren der Trennung: Penelope und Odysseus. Diese beiden sind verheiratet und lieben sich dennoch mit einer solchen Intensität.
Warum läßt die Ehe in aller Regel so wenig von solcher Gefühlsintensität übrig? Und warum sind solche Schilderungen ehelicher Liebe in der abendländischen Literatur so extrem selten?
Nun, die zweite Frage können wir beantworten, indem wir die erste beantworten. Bezüglich dieser stehe ich aber vor einem Rätsel.
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 16:10 Uhr (Zitieren)
Vielleicht lag diese große Liebe auch nur darin begründet, dass sie sich 20 Jahre lang aus dem Weg gehen konnten?
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 16:20 Uhr (Zitieren)
Gut möglich. Das würde es erklären, wäre aber wahrlich kein gutes Zeichen für die Ehe.
Liebeslieder an die eigene Ehefrau, da kenne ich eine Handvoll, mehr nicht. Und traditionelle Gedichte eigentlich gar nicht, Romane ebensowenig.
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 16:49 Uhr (Zitieren)
Die Liebe ist ein freier und flatterhafter Vogel.
Verträge sind aber wie wie Käfige!
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 16:53 Uhr (Zitieren)
Dann liegt die Konsequenz ja klar am Tage.
Aber eigentlich müßte es zu diesem Thema bzw. unserer sich herauskristallisierenden These doch hier Proteste aus Bayern und dem Kraichgau hageln.
Re: Liebe, ehelich
Βοηθὸς Ἑλληνικός schrieb am 08.12.2009 um 17:01 Uhr (Zitieren)
Ich denke,dass es da sehr auf die Konstellation Mann <---> Frau ankommt. Ich sehe das auch in meiner Praxis bei langen Ehen.
Meiner Meinung nach spielt Liebe anfangs eine große Rolle, aber der gegenseitige Respekt und das einander helfen, beistehen, Gespräch spielt später oft eine große Rolle.
Aber ich werde gleich meine Frau fragen....;-)
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 17:08 Uhr (Zitieren)
Aber ich werde gleich meine Frau fragen....;-)

Gute Idee. Aber sehr vorsichtig fragen - es könnten Gegenfragen drohen: "Wie, liebst Du mich etwa nicht mehr so wie früher?" Vorliegendes Thema = Minenfeld.
Re: Liebe, ehelich
Βοηθὸς Ἑλληνικός schrieb am 08.12.2009 um 17:11 Uhr (Zitieren)
:-)
Ich habe noch nicht gefragt :-)
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 17:15 Uhr (Zitieren)
Nix vorsichtig! Vorsicht ist aller Ende Anfang!
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 17:29 Uhr (Zitieren)
Warst/bist Du verheiratet? Dann lernst Du Vorsicht! Wir haben in den letzten hundert Jahren zwei Weltkriege erlebt, und da wird man doch keinen dritten anfangen!
:-)
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 17:36 Uhr (Zitieren)
Dritte - wenn auch perönliche - Weltkriege finden aber jeden Tag statt; mehr als genug!? Solange der einzelne Mensch sein eigenes Dilemma nicht in den Griff bekommt, sehe ich für das Gesamte keine große Chance!?
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 18:00 Uhr (Zitieren)
Emanuel Geibel

Das ist die rechte Ehe,
wo Zweie sich geeint,
durch alles Glück und Wehe
zu pilgern treu vereint.
Der eine Stab des andern,
und liebe Last zugleich,
gemeinsam Rast und Wandern,
und Ziel das Himmelreich.

Durch alles Glück und Wehe ... wird vielleicht heute nicht mehr so ernst genommen.
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 19:18 Uhr (Zitieren)
Liest sich wahrlich nett! Und so soll es auch sein.
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 19:41 Uhr (Zitieren)

Etwas nüchtern, aber bei (jungen) Ehen, die nach wenigen Jahren scheiterten, meine ich ein gewisses Schema beobachtet zu haben:

Der Ablauf glich jedem x-beliebigen Projekt:

Der Begeisterung (2 Liebende) folgt die Ernüchterung (2 Eheleute). Gegenseitige Schuldvorwürfe werden mit der Suche nach Schuldigen durch Berufene (Parteien jeweils: Verwandte, Freunde, feministische Selbsthilfegruppen …) assistiert. Nach Ermittlung des Schuldigen ( 1 Eheteil, der ethisch verwerflich gehandelt hat) wird der Verlierer gesellschaftlich geächtet (Thekenvorstände, Frauenselbsthilfegruppen; Verwandte, welche es immer schon gewusst haben u.a.) und die Unbeteiligten (Anwälte) belobigt. Kinder und Wahrheit bleiben wie immer auf der Strecke.

Das Prinzip der Nichteinmischung gilt leider nur für Staaten und wird auch da selten beobachtet. H.R. Kunze hat mal ein schönes Lied geschrieben: … Leute die Beziehungen haben – betrachten die sich denn als Staaten?(Dein ist mein ganzes Herz). Rückbesinnung auf den Titel dieses Liedes kann helfen. Aber ich bin natürlich kein Eheberater … einfach auf alle anderen pfeifen .
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 19:51 Uhr (Zitieren)
Wie auch immer, lieber ανδρέας! Aber vielleicht ist der Eros nur für ein paar Jahre bestimmt?
Wäre traurig, nicht wahr?
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 19:51 Uhr (Zitieren)
Ich glaube, was Eheleute ihrem Partner oft nicht verzeihen, ist, daß er ihre idealisierten Träume enttäuscht. Da denke ich an "Wer hat Angst vor Virginia Woolf". Sie (Martha) erträumte von ihm ..., er (George) erträumte von ihr ... und als das nicht paßte, verwandelte sich die kurze Liebe in ewige Haßliebe.
Man könnte natürlich stattdessen die Wünsche gemeinsam weiterentwickeln, in Auseinandersetzung mit der erlebten Realität.
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 20:02 Uhr (Zitieren)

Habe mal irgendwo gehört: der Trick besteht nicht darin, sich anzuschauen, sondern in die selbe Richtung zu sehen.

Wie auch immer ... allerdings Eros ist nicht alles, aber ohne Eros ist alles nichts.
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 20:06 Uhr (Zitieren)
"Wer hat Angst vor Virginia Woolf"? Dieser Einwand kommt mir gerade recht! Ich bin noch nie über Seite 2 hinausgekommen, ohne vorher einzuschlafen! !!!
(Oft versucht.....)
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 20:07 Uhr (Zitieren)
Ich hoffe, jemand denkt daran, daß man den Text auch übersetzen kann. Das ist zwar schwierig, aber man hat ja sicherlich irgendwo eine Übersetzung der 'Odyssee' stehen, oder?

Eros ist nicht alles, aber ohne Eros ist alles nichts.

Das geht auf ein Bonmot Arthur Schopenhauers zurück. Allerdings steht bei ihm nicht 'Eros', sondern ...
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 20:12 Uhr (Zitieren)
An Kornelia:
Dann schau Dir doch den Film an. Ist schwer, dabei einzuschlafen, wenn Liz Taylor und Richard Burton ihre Ehe spielen.
"Du bist nicht vorhanden! Du bist ein Nichts! Ich schwöre dir, wenn du vorhanden wärst, ließe ich mich von dir scheiden!" usw. usw. Bis sie ihren einzigen gemeinsamen Traum, ihren nicht vorhandenen Sohn, zerstören.
"George und Martha: traurig, traurig, traurig!"
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 20:14 Uhr (Zitieren)
"in die selbe Richtung zu sehen" - das nennt man dann wohl die Löffelposition? Hat gewiß auch ihren Reiz!
Ich, für meinen Teil, schaue lieber in die Augen! Außer Morgens, vielleicht..... !
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 20:16 Uhr (Zitieren)
@Γραικίσκος,
hast Du das Buch auch versucht?
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 20:22 Uhr (Zitieren)

Wem die Ehe nicht zusagt empfehle ich die Vorgehensweise des Masetto von Lamporecchio
(Dekameron, 3. Tag, erste Geschichte). Könnte allerdings das Seelenheil beeinträchtigen ...
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 20:31 Uhr (Zitieren)
"Könnte allerdings das Seelenheil beeinträchtigen ..."

Ich werde es wagen! Ängstlich, - aber dennoch!
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 20:35 Uhr (Zitieren)

ungefähr
... sie aber (Penelope) wird schwach und die Liebe erwacht die Zeichen erkennend, die Odysseus verkündet . weinend ging sie zu ihm und fiel dann dem Odysseus an den Hals küsste ihn und sagte ...
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 20:38 Uhr (Zitieren)
@ Kornelia

die Geschichte spielt (räusper) in einem Nonnenkloster ... und die männlichen Pendants dünnen heute ja aus, nunja
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 20:39 Uhr (Zitieren)
... 2o tränenschwere Jahre Abwesenheit, oh, Odysseus, nichts Besseres konnte uns geschehen.....
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 20:43 Uhr (Zitieren)
@ανδρέας,
vielleicht bringst Du mich damit doch noch in Verlegenheit!? Wir werden sehen....
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 20:47 Uhr (Zitieren)

Übrigens: Odysseus wollte gar nicht mit in den Krieg und stellte sich wahnsinnig. Er wurde erst durch Palamedes entlarvt, als O. den Pflug über die Furche rechtzeitig wegzog, in die man seinen Sohn Telemach vorher gelegt hatte ...
Scheißkrieg, wird er gedacht haben, aber sein Beitrag war unerlässlich (die Idee mit dem Pferd)
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 20:51 Uhr (Zitieren)

achja, und der Held schlechthin, Achill, hat sich von seiner Mutter in Frauenkleider stecken lassen, um dem Krieg zu entgehen, tstststs - das ist Mutterliebe!
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 20:54 Uhr (Zitieren)
Mein Sohn fragte mich gerade heute, warum heißt das Pferd Trojanisches und nicht Griechisches?
Vielleicht hätte O. doch bei seiner Furche bleiben sollen? (Was hätte Penelope wohl dazu gesagt?)
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 21:00 Uhr (Zitieren)

Das Pferd wird heute nach dem Thema Illion/Troia benannt.
Es hätte Penelopes Zuneigung sicher geschmälert, wenn O. seinen eigenen Sohn untergepflügt hätte, um dem Krieg zu entgehen. Immerhin zeigt die Geschichte, dass die Rekrutierungsmethoden nicht immer fair waren.
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:03 Uhr (Zitieren)
"hat sich von seiner Mutter in Frauenkleider stecken lassen" - dieses Phänomen reicht bis in die jüngste Geschichte!
Jene Mütter behaupten allerdings, dass es so leichter für die Kleinen gewesen wäre, "sauber" zu werden!?

Wie auch immer, alles läuft auf dasselbe hinaus! ;-)
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 21:06 Uhr (Zitieren)
Wie könnte ein Vater einen Pflug über den eigenen Sohn hinweggehen lassen? (Oder überhaupt über jemanden?)
Lieber ginge ich in den Krieg, und ich hasse Krieg. Im Krieg kann man sich wenigstens darauf beschränken, so zu tun, als ob man die Absicht hätte, jemanden zu töten.
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:07 Uhr (Zitieren)
Mein Sohn meinte nur, wenn schon von einem Griechen erfunden, dann sollte es demnach auch so heißen... (12Jahre)

"Es hätte Penelopes Zuneigung sicher geschmälert, wenn O. seinen eigenen Sohn untergepflügt hätte, um dem Krieg zu entgehen."

Warum fällt mir jetzt das AT ein?? Hast Du eine Idee dazu?
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 21:08 Uhr (Zitieren)
Oder nehme ich damit Euer Thema zu ernst? Ich dachte intuitiv daran, ich stünde vor dieser Entscheidung.
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 21:09 Uhr (Zitieren)
An Kornelia:
Es ist die Geschichte von Abraham und Isaak, an die Du wohl denkst.
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 21:12 Uhr (Zitieren)

... und Isaak hätte es getan! Zum Glück nahm Gott den Willen für die Tat.
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:13 Uhr (Zitieren)
"Im Krieg kann man sich wenigstens darauf beschränken, so zu tun, als ob man die Absicht hätte, jemanden zu töten."

Und selbst das dürfte den wenigsten gelungen sein. Oder?

"Rede keiner über Krieg, der ihn nicht erlebt hat."

Da gelten vermutlich andere Gesetze, als wir es gewohnt sind.
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 21:15 Uhr (Zitieren)
Nicht Isaak (er war der Sohn, das von Gott geforderte Opfer), Abraham hätte es getan.
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 21:16 Uhr (Zitieren)

Übrigens möchte ich anbringen, dass Odysseus sehr vernünftig dachte, als er sich nicht wegen der Eitelkeit der Frauen (Schönheitswettbewerb, Zankapfel - schon wieder so ein Apfel - Bestechungsgabe "Helena") in den Krieg schicken lassen wollte ...
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 21:20 Uhr (Zitieren)
Und selbst das dürfte den wenigsten gelungen sein. Oder?

Das ist wohl etlichen gelungen. Aber die wenigsten haben es überlebt, denn 'der Feind' ist ja meist nicht gleichermaßen skrupulös.
(Mein Großvater hat sich im Ersten Weltkrieg sogar mit Franzosen verbrüdert. Das Geschenk eines Franzosen steht heute auf meinem Schreibtisch. Zur Einnerung an meinen Opa und daran, daß man nicht jeden Befehl befolgen muß.)
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:22 Uhr (Zitieren)
Ich liebe Odysseus, der sich keinem "Apfel" hingab! Er war wahrlich ein tugendhafter Mann!
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 21:26 Uhr (Zitieren)

Im Krieg und in der Liebe (siehe Thema) ist alles erlaubt - heute offiziell nicht mehr. Ein deutscher Soldat darf Befehle, die gegen das Völkerrecht, Haager Landkriegsordnung u.a. verstoßen, nicht befolgen, wenn er die Rechtswidrigkeit erkennen kann. Aber das ist in Extremsituationen sehr schwer zu beurteilen. Es bleibt schwierig. Kein Krieg ist "sauber". Das ist immanent.
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:27 Uhr (Zitieren)
Oh ja, das sind Gechenke, mit denen es sich vermutlich recht gut leben läßt! Frauen haben dazumals meist aber andere Geschenke empfangen!

Das geht jetzt wohl ein bißchen zu weit, gelt?
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 21:27 Uhr (Zitieren)
Es gibt eine wahrhaft große Szene des Odysseus im "Aias" des Sophokles. Von Athene aufgefordert, über seinen in Wahnsinn und Schande gefallenen Feind, den Aias, zu lachen und sich zu freuen, antwortet er ...

Bitte nachlesen, habe keine Zeit mehr!
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 21:29 Uhr (Zitieren)
Gibt es auch schon eine Haager Landkriegsordnung ... für die Liebe?
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:30 Uhr (Zitieren)
"Im Krieg und in der Liebe (siehe Thema) ist alles erlaubt"...

...das hat bestimmt ein Mann von sich gegeben!
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:33 Uhr (Zitieren)
[Schäm] "Haager Landkriegsordnung"? [Schäm]

Was besagt die?
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 21:34 Uhr (Zitieren)
u.a.:
- keine Kriegshandlungen gegen Zivilisten
- keine Kriegshandlungen gegen Soldaten, die sich ergeben
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:35 Uhr (Zitieren)
... und keine Kriegshandlungen gegen Liebende!
Srimmt's?
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:39 Uhr (Zitieren)
"Stimmt's"?
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 21:40 Uhr (Zitieren)

Odysseus ... tugendhafter Mann! nicht ganz ...

Odysseus rächte sich mit einer List an Palamedes und ließ ihn durch eine Intrige zum Tode verurteilen!
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 21:42 Uhr (Zitieren)

Über die Liebe wird in den völkerrechtlichen Bestimmungen nichts gesagt, soweit ich weiß. Das wäre ja auch widersinnig. Zumindest in der Liebe schweigen die Gesetze (bei der Ehe dann nicht mehr, tja)
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:43 Uhr (Zitieren)
Was jetzt? Eine List enthebt doch den Mann von seiner Tugend?
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 21:43 Uhr (Zitieren)
Wer würde schon auf ein Liebespaar schießen? Höchstens jemand, der auch seinen Pflug über seinen Sohn hinweggehen ließe.
Das erfordert den abgrundtiefen Haß des Rivalen. (Und auch der eigene Sohn kann ja ein Rivale sein: um die eigene Stellung - den Thron.)
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:44 Uhr (Zitieren)
PS:. ...ohne tugendlos zu werden...
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 08.12.2009 um 21:47 Uhr (Zitieren)
Jetzt, Freund(e) & Freundin(nen), ist ernsthaft Schluß mit mir hier - sonst komme ich nicht mehr zu der Zusage, die ich jemandem für heute gegeben habe.

Aber es war schön, einmal wieder hier zu diskutieren.
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:48 Uhr (Zitieren)
"Höchstens jemand, der auch seinen Pflug über seinen Sohn hinweggehen ließe."

...und das sind dann wohl die Wenigsten?
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 21:49 Uhr (Zitieren)
>>>
...Haß des Rivalen. (Und auch der eigene Sohn kann ja ein Rivale sein: um die eigene Stellung - den Thron.) <<<

da war doch ein gewisser Ödipus, der ohne es zu Wissen trotz Prophezeiung seinem Schicksal nicht entgehen konnte und seine eigene Mutter ...
Re: Liebe, ehelich
kornelia schrieb am 08.12.2009 um 21:51 Uhr (Zitieren)
Auch ich muss - gute Nacht!
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 08.12.2009 um 21:58 Uhr (Zitieren)

Dann schlaft schön!

... und ich schließe mich an ...
Re: Liebe, ehelich
Ὑληβάτης schrieb am 11.12.2009 um 08:40 Uhr (Zitieren)
Aber eigentlich müßte es zu diesem Thema bzw. unserer sich herauskristallisierenden These doch hier Proteste aus Bayern und dem Kraichgau hageln.
Der Protest wäre schon grauhaarig und glatzköpfig, so alt wäre er. Ich habe keine Gegenthese, die Ehe empfinde ich aber nicht als Käfig für die Liebe. Das ist kein Protest und ich weiß, dass die Gegenbeispiele zahlreicher erscheinen.
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 12.12.2009 um 14:36 Uhr (Zitieren)
>>> ...ich weiß, dass die Gegenbeispiele zahlreicher erscheinen. <<<

Das könnte auch daran liegen, weil man sich über enttäuschte Hoffnungen mehr aufregt, als über (eingermaßen) erfüllte. Es redet ja auch keiner über die Autos die ankommen, sondern über die, die verunfallen.

Die Ehe kann ja nicht perfekter sein als die Menschen, die in ihr leben. Es heiraten ja immer noch recht viele Leute, trotz allem. Die Hoffnung stirbt zuletzt - und das ist gut so.
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 12.12.2009 um 15:01 Uhr (Zitieren)
Hat Cicero nicht irgendwo gesagt: "Mein Freund, von zehn Ehen wird eine glücklich. Das ist eines der Geheimnisse, die jeder weiß und niemand ausspricht."?
(Das habe ich mal ohne genaue Quellenangabe gelesen.)

Vor einigen Jahren haben Familientherapeuten im Rahmen eines Kongresses mal eine Umfrage unter länger als zehn Jahre zusammenlebenden Paaren (verheiratet oder nicht) veröffentlicht & diskutiert:
1. Frage: "Lieben Sie Ihren Partner noch?" (10 % ja)
2. Frage: "Finden Sie Ihren Partner noch sympathisch?" (33 % ja)
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 12.12.2009 um 15:06 Uhr (Zitieren)
Um keinen Zweifel zu lassen: Die Umfrage sah nur "ja" oder "nein" vor. Unter den 10 % bzw. 33 % finden wir also auch diejenigen, welche "eher ja" meinten (was immer das im Falle von Liebe heißen mag), so wie unter den 90 % bzw. 66 % die "eher-nein"-Fälle subsumiert sind.
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 12.12.2009 um 15:12 Uhr (Zitieren)

Da gibt es doch diese Szene, wo Prinz Charles mit Diana gefragt wird ob er sie liebe. Er antwortete, glaube ich "ja, was immer das ist". Kein guter Anfang ...

Welch ein Mysterium mag die Leute zur Heirat bewegen? Die Statistik ist es nicht.
Re: Liebe, ehelich
Γραικίσκος schrieb am 12.12.2009 um 15:16 Uhr (Zitieren)
Welch ein Mysterium mag die Leute zur Heirat bewegen?

Dieses Mysterium kann man jedenfalls tagtäglich bei den Tätowierungsanfragen im Lateinforum in seiner Wirkung beobachten.
http://www.albertmartin.de/latein/forum/?view=12923#7
(Vgl. die Frage von mercator und die Antwort darauf.)
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 12.12.2009 um 15:42 Uhr (Zitieren)

Meist halten die Tätowierungen aber länger als die Liebesschwüre, nunja.
Re: Liebe, ehelich
ανδρέας schrieb am 12.12.2009 um 19:53 Uhr (Zitieren)

Charlton Heston wurde mal gefragt, wrum seine Ehe solange gehalten habe und ob er schon mal über Scheidung nachdedacht habe. Seine Antwort war: Scheidung? - nie, Mord oft ...

Loriot hat das Thema erschöpfend bearbeitet ...

http://www.youtube.com/watch?v=bHR_aU1TKZ8&feature=related
 
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