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personalpronomen

Personalpronomen

Numerus Kasus 1. Person 2. Person 3. Person 1)


Singular




Plural


Nom.
Gen.
Dat.
Akk.
Abl.
Nom.
Gen.
Dat.
Akk.
Abl.
ego
meī
mihi

(ā) mē
nōs
nostrī/nostrum
nōbīs
nōs
(ā) nōbīs

tuī
tibi

(ā) tē
vōs
vestrī/vestrum
vōbīs
vōs
(ā) vōbīs

suī
sibi

(ā) sē

suī
sibi

(ā) sē

Personalpronomina sind die wie ein Substantiv gebrauchten Pronomina „ich,meiner,mir,mich/du,deiner,dir,dich…“

Abgesehen davon, dass man die Deklinationsmuster können muss, gibt es nur wenige Besonderheiten:

- In der 1. und 2. Person wird wie im Deutschen der Genetiv durch den Genetiv des Possessivpronomens, des besitzanzeigenden Fürworts, ersetzt:

„Erinnere dich meiner“ - 'meiner' ist Genetiv zu 'ich', kommt aber von 'mein'.

- Im Lateinischen gibt es eigentlich keine Personalpronomina der 3. Person (vermutlich, weil sie wenig benötigt werden. „er liebt“ heißt bekanntlich meistens einfach amat.)

Stattdessen wird für „er,sie,es“ usw. is,ea,id usw. verwendet, das ist eigentlich ein Demonstrativpronomen (hinweisendes Fürwort) „der,die,das“. Während es im Deutschen in der Mehrzahl keine Geschlechter gibt („sie,ihrer,ihnen,sie“ in allen Geschlechtern), bildet is geschlechtstypische Formen!

- Es gibt außerdem in der 3. Person ein besonderes rückbezügliches Personalpronomen, das verwendet wird, wenn die gemeinte 3. Person Subjekt desselben Satzes ist („sich“ statt „ihn“). Natürlich gibt es deswegen von diesem Reflexivpronomen keinen Nominativ!

Dieses Reflexivpronomen -,sui,sibi,se,se wird viel rigoroser verwendet als im Deutschen. Das deutsche „Paul antwortet dem ihn fragenden Freunde.“ z.B. wird im Lateinischen reflexiv konstruiert (Paulus … amico se quaerendi .., denn schließlich ist Paulus Subjekt des Satzes! (Die Übersetzung „dem sich fragenden Freund“ wäre also grob falsch!)

- Es gibt außerdem den Fall, dass in einem Nebensatz die geistige Haltung, die Meinung, der Wunsch… des Subjektes ausgedrückt wird oder im Gegenteil eben gerade nicht. Das ist der Unterschied zwischen „Er sagt, dass es ihm klar sei.“ (Behauptung) und „Er beweist, dass es ihm klar ist.“ (objektive Tatsache).

Der erste Fall heißt „innere Abhängigkeit“; bezeichnend für ihn ist der Gebrauch des Konjunktivs (der genau deswegen so heißt: „Zusammenhänger“!) und die Verwendung des Reflexivpronomens! Das „ihm“ in den beiden Beispielsätzen wäre also einmal mit sibi, einmal mit ei zu übersetzen, um anzudeuten, ob sich auf das Subjekt des übergeordneten Satzes als geistigen Urheber bezogen wird oder nicht.

- Das Reflexivpronomen hat nur die drei Singularformen. Für den Plural wird die entsprechende Singularform verwendet. (Auch 'sich' im Deutschen ist Singular und Plural!)

Für Formalisten: Das führt zu dem einzigen Fall in der lateinischen Sprache, in dem ein Dativ Plural nicht so heißt wie der Ablativ Plural! (sibi - se)

- nos und vos bilden die Formen nostrum und vostrum (alte Gen. Pl.), wenn der „Genetivus partitivus“ verlangt wird, der Genetiv auf die Frage „von wem?“:

quis nostrum? „wer von uns?“, uterque vestrum „jeder von euch beiden“, omnium nostrum spes „unser aller Hoffnung“

Der Genetiv lautet sonst aber nostri, vestri: memoria vestri „Erinnerung an euch“ usw.

1)
für reflexiven Gebrauch, sonst siehe is, ea, id
personalpronomen.txt · Zuletzt geändert: 2015/08/15 19:11 (Externe Bearbeitung)